Die Normen EN 82079 und 26514 – Gehören Sie zusammen?
Zwei Normen, ein Ziel: Die Kunst der richtig guten Nutzerinfo
Okay, festhalten: Die DIN EN IEC/IEEE 82079-1:2021-09 (ja, dieser Titel ist wirklich so lang!) ist so etwas wie die heilige Schrift der Technischen Redaktion. Wer wissen will, wie man richtig gute Gebrauchsanleitungen schreibt – ob für Toaster oder Turbinen – kommt an dieser Norm nicht vorbei.
Aber halt! Diese Norm hat ein Geschwisterchen: Die ISO/IEC/IEEE 26514:2022-01. Klingt ähnlich bürokratisch, ist aber sowas wie die coole Schwester mit Software-Fokus. Sie bringt den gleichen Wissensschatz mit – nur eben speziell für digitale Produkte.
Und wenn du jetzt denkst: „Ich will Software dokumentieren, aber wo fang ich an?“ – tja, genau hier. Denn diese beiden Normen haben ein paar ziemlich wichtige Gemeinsamkeiten auf Lager.
Was steht drin? Einmal alles, bitte!
Beide Normen werfen mit Begriffen um sich, die nach Projektmanagement deluxe klingen – aber keine Sorge, das Ganze ist super nützlich. In der 26514 findest du z. B.:
- Wie dein Doku-Produkt aufgebaut sein sollte (Struktur, Inhalt, Gestaltung).
- Wie du einen Single-Source-Ansatz fährst, damit du nicht jedes Textstück dreimal anfassen musst.
- Und wie du deine Zielgruppe wirklich erreichst – nicht nur mit schlauen Texten, sondern mit echten Konzepten.
Fun Fact: Die Norm sagt ganz klar, dass die Informationsentwicklung nicht erst dann starten sollte, wenn das Produkt längst fertig ist (und der Entwickler bzw. die Entwicklerin schon den nächsten Sprint plant). Nope. Doku gehört mit rein – von Anfang an!
Denn je später du anfängst, desto mehr wird die Doku zur ungeliebten Pflichtaufgabe. Dabei ist sie eigentlich dein geheimer Superheld: UX-Writing, Microcopy, Tooltips & Co. – all das macht dein Produkt verständlich und sympathisch.
Planung ist das halbe Leben (auch bei Dokus)
Beide Normen nehmen dich an die Hand – fast wie ein Projektcoach. Sie sagen dir, welche Schritte du bei der Doku-Entwicklung gehen solltest. Und ja, das ist mehr als nur „Text schreiben“:
- Projektziele definieren 🧭
- Zielgruppen analysieren 👥
- Reuse-Strategien überlegen 🔁
- Barrierefreiheit denken ♿
- Übersetzungen einplanen 🌍
- Und, und, und…
Klingt viel? Ist es auch. Aber gerade für Solo-Redakteur:innen oder kleinere Teams ist diese strukturierte Herangehensweise Gold wert. Große Redaktionen nicken jetzt wahrscheinlich müde – aber hey, ein bisschen Struktur schadet nie. 😉
Nicht alles ist erlaubt – und das ist auch gut so
Gerade bei Software willst (oder musst) du auch rechtlich safe unterwegs sein. Und da liefern die Normen eine Art Checkliste für alle Dinge, die du beachten solltest:
- Copyrights? Check.
- Trademarks? Check.
- Datenschutz? Check.
- Lizenzbedingungen? Auch dabei.
- Ist das Ganze ein Standardprodukt oder doch eher maßgeschneidert? Frag besser nach.
Und denk auch an die Frage: Muss das Tool zertifiziert werden? Oder ist es „just for fun“ (Spoiler: meist nicht)?
Aufgabenprofile & Nutzungskontext – klingt trocken, ist aber spannend
Beide Normen wollen wissen: Wer macht eigentlich was, wann, wie oft und wie fehleranfällig? Dabei geht’s z. B. um Fragen wie:
- Wie läuft eine Tätigkeit ab?
- Gibt’s typische Ablenkungen?
- Muss eine Reihenfolge eingehalten werden?
- Was passiert, wenn jemand’s falsch macht?
Solche Fragen helfen dir, nicht einfach nur „was zu beschreiben“, sondern echte Unterstützung zu bieten – genau zur richtigen Zeit im richtigen Format.
Und woher krieg ich die ganzen Infos?
Hier heißt’s: Reden, Reden, Reden. Die Norm empfiehlt strukturierte Interviews – einzeln oder in Gruppen. Denn oft kommt in der Gruppe mehr raus, als du denkst. Außerdem lohnt sich der Blick auf vorhandene Infos – von Vorgängerversionen bis zu alten Release Notes.
Und ganz wichtig: Die 26514 bezieht sich mehrfach direkt auf die große Schwester 82079. Die beiden sind ein echtes Dream-Team für alle, die gute Doku machen wollen.
Fazit: Normen müssen nicht langweilig sein
Klar, ein bisschen bürokratisch klingen sie schon, unsere beiden Norm-Freundinnen. Aber wenn du dich mal reingefuchst hast, merkst du: Da steckt verdammt viel drin. Keine Wunderlösung, keine „eine Methode für alles“. Aber eine richtig gute Orientierung, wie du deine Software-Doku auf ein neues Level hebst.
Also: Trau dich ran – und denk dran, Doku ist kein „notwendiges Übel“, sondern dein Marktvorteil.
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Grundlagen der Softwaredokumentation
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